Bisher war Friedrich ja ein wirklich ruhiges Kind. Er schrie nur, wenn er Hunger hatte oder die Windel voll war. Doch jetzt haben wir einen weiteren Grund zum Schreien kennengelernt.
Es fing am Montag an. Nachdem Fritz getrunken und eine neue Windel bekommen hatte, hörte er nicht auf zu weinen, sondern legte erst richtig los. Er schrie wie am Spieß und reagierte nicht einmal mehr auf die üblichen Beruhigungstaktiken. Der ganze kleine Körper krümmte sich und sein Bauch war hart wie Stein. Da waren sie also, die Dreimonatskoliken. Das sind (anscheinend sehr fiese) Bauchschmerzen, die Babys während der ersten drei Monate haben können, während sie lernen, Nahrung zu verdauen. Die sind eigentlich nicht bedrohlich, aber auch überhaupt nicht angenehm.
Wir hatten uns natürlich vorher über alles informiert und wußten was wohl so alles helfen könnte. Kirschkernkissen, Windsalbe, 4 Winde-Öl und lauter so Sachen. Schade, dass wir bis jetzt nichts davon zuhause hatte, weil die Koliken eigentlich erst nach der zweiten, dritten Woche einsetzen sollten, wenn überhaupt. Lediglich den Fliegergriff konnten wir ohne weitere Hilfsmittel anwenden und der schien auch kurz Erleichterung zu schaffen. Aber eben nur kurz.
Während Anne bei dem kleinen Kerl blieb, um ihm zu Seite zu stehen, hab ich mich auf den Weg zu Rossmann und zur Apotheke gemacht, Kirschkerkissen und Salbe oder Öl besorgen. Das Kissen konnte ich schnell kaufen, doch der Rest war dann nicht mehr so einfach. Ich dachte ja, dass Apotheken doch wenigstens irgendwas gegen Baby-Bauchweh haben sollten..die erste Apothekerin hatte gar nichts dafür da. Beim zweiten Mal kam auf meine Frage, ob sie wohl Windsalbe hätten die Antwort "Was wollen Sie? Wundsalbe?" Hm..auch hier gab es nichts. Bei der dritten Apotheke (die es in der Innestadt zum Glück genau so häufig gibt wie Bäcker, An- und Verkaufläden, Frisöre und Kaffeehäuser) dann konnte ich endlich die langersehnte Windsalbe kaufen.
Zuhause hatte sich die Lage noch nicht wirklich entspannt. Also erstmal eine schöne Bäuchleinmassage mit Kümmelsalbe. Der Geruch erinnert mich jedesmal an Pellkartoffeln, das riecht wirklich eigenartig =) Fritz schien es aber gut zu tun. Die Massage zeigte jedenfalls ihre Wirkung und der kleine Mann konnte sich endlich Erleichterung verschaffen. Nachdem er dann gewickelt war, schlief er auch auf der Stelle ein. Er hatte ja alles in allem an die drei-vier Stunden durchgeschrien und war einfach nur fertig. Wir waren aber genau so fertig, auch für uns Eltern waren diese offensichtlichen Schmerzen anstrengend.
Am Dienstag hatte er dann wieder kleinere Verdauungsprobleme, diesmal konnte das Kirschkernkissen punkten. Schon kurz nachdem wir es ihm auf den Bauch gelegt hatten, beruhigte er sich wieder und sein Bauch wurde auch wieder weich..und die Windel voll =)
Da die Windsalbe ausdrücklich auch zur Vorbeugung empfohlen wird, reiben wir Friedrichs Bauch jetzt zweimal täglich mit der Salbe ein und das scheint gut zu wirken. Er hat zwar trotzdem noch manchmal Probleme mit der Verdauung, aber so gerüstet könnnen wir den nächsten Monaten etwas gelassener entgegen sehen.
-tk-